20.10.2017
21:37
 

Postbankübernahme - LG Köln bestätigt Nachzahlungsanspruch - neues Milliardenrisiko für die Deutsche Bank

Am heutigen Freitag (20. Oktober 2017) hat das Landgericht Köln in einer Entscheidung ehemaligen Postbank-Aktionären einen Nachzahlungsanspruch von bis zu 32,25 Euro zugesprochen. Bei den Klagen vor dem Landgericht Köln hatten verschiedene Kläger - in Anlehnung an das sog. "Effecten-Spiegel Verfahren" - eine entsprechende Nachbesserung eingeklagt. Zudem hat das Landgericht Köln denAnfechtungsklagen gegen den Squeeze-Out bei der Deutschen Postbank AG stattgegeben.

Hintergrund ist das am 07. Oktober 2010 von der Deutschen Bank AG untebreitete freiwillige Übernahmeangebot für Aktien der Postbank zum Betrag von 25,00 Euro. Im Rahmen der verschiedenen laufenden Verfahren zu diesem Themenkomplex hat sich inzwischen herausgestellt, dass der Angebotspreis zu niedrig gewesen ist und die Deutsche Bank der Deutschen Post bereits alle Postbank-Aktien zum Preis von 57,25 Euro abgekauft hat.

Mit dem Urteil hat  das Landgericht Köln nunmehr allen Aktionären, die vor dem 7. Oktober 2010 Aktien der Deutschen Postbank AG hielten und das Übernahmeangebot zu 25 Euro angenommen hatten, einen Nachzahlungsanspruch von bis zu 32,25 Euro je Postbank-Aktie (bis auf 57,25 Euro) zuerkannt.


Aus diesem Urteil dürften auf die Deutsche Bank AG nunmehr weitere erhebliche Risiken zukommen, da bis Jahresende 2017 noch Klagen ehemaliger Postbankaktionäre möglich sind.


Weitere Informationen können auch dem Beitrag von manager-magazin-online entnommen werden: (Link: http://www.manager-magazin.de/unternehmen/banken/deutsche-bank-spaetes-milliardenrisiko-nach-postbank-kauf-a-1173886.html)

Urteil zur Postbank-Übernahme Neues Milliardenrisiko für die Deutsche Bank
Von Tim Bartz

Die Übernahme der Postbank könnte für die Deutsche Bank noch ein teures Nachspiel haben. Ehemalige Postbank-Aktionäre haben vor dem Kölner Landgericht einen Anspruch auf Nachzahlung erstritten. Damit könnten im schlimmsten Fall auf die Deutsche Bank Zahlungsforderungen in Milliardenhöhe zukommen.

Auf die Deutsche Bank rollt die nächste Milliardenbelastung zu. Dieses Mal geht es nicht um getürkte Zinssätze oder falsch berechnete Rohstoffkurse, sondern die Übernahme der Postbank im Jahr 2008: Ein Teil deren früherer Aktionäre hat nach einem aktuellen Urteil des Kölner Landgerichts Anspruch auf Nachzahlung durch die Deutsche Bank. Im schlimmsten Fall kommen auf den Konzern, der gerade erst seine Kapitaldecke mit 8 Milliarden Euro gestärkt hat, Zahlungen von über 3 Milliarden Euro zu.

Darum geht es: 2008 hatte die Deutsche Bank 29 Prozent der Postbank-Aktien für je 57,25 Euro erworben, aber nach Ansicht der Kläger unrechtmäßig sofort die Macht bei den Bonnern an sich gerissen. Dieses sogenannte "acting in concert" mit der Deutschen Post könnte sich unter anderem bereits aus Stimmrechtsabsprachen zwischen Deutscher Bank und Deutscher Post ergeben, zu deren Offenlegung das Gericht die Deutsche Bank verdonnert hatte.

Später stockte die Deutsche Bank ihre Postbank-Beteiligung bis hin zur vollständigen Übernahme auf, zahlte den restlichen Aktionären jedoch deutlich weniger: 25 Euro pro Aktie. Für die früheren Postbank-Aktionäre ging es darum, den Nachweis erbringen, dass die Deutsche Bank bereits durchregierte, als sie noch Minderheitseigner der Postbank war; denn dann müsste sie nachträglich allen Aktionären, die die 48 Millionen Aktien in das Übernahmeangebot eingeliefert haben, mindestens 57,25 Euro zuzüglich Zinsen zahlen - im Maximalfall bis zu drei Milliarden Euro.

"Der Weg für geschädigte Postbank-Aktionäre ist geöffnet"
Die gerichtliche Auseinandersetzung läuft seit Jahren. Die Deutsche Bank hat die Vorwürfe stets zurückgewiesen. Das manager magazin hatte bereits im Dezember 2015 darüber berichtet.

Das Kölner Landgericht bestätigte nun am Freitag die Rechtmäßigkeit der Klagen auf Acting in Concert und verurteilte die Bank zur Zahlung des Differenzbetrages an die Kläger (LG Köln 82 O 11/15). Zudem erklärte das Gericht den Squeeze-out-Beschluss der Postbank von 2015 für nichtig (LG Köln 82 O 115/15). Ihre damals noch verbliebenen Restaktionäre, die mit 35,05 je Aktie abgefunden wurden, dürften nun auch Anspruch auf mindestens 57,25 Euro erheben.

"Der Richterspruch bestätigt, dass die Deutsche Bank seit Jahren mit unzutreffendem Sachvortrag Urteile in der Postbank-Sache erschlichen hat. Der Weg für andere geschädigte Postbank-Aktionäre ist nunmehr geöffnet", sagten der Frankfurter Rechtsanwalt Jan Bayer (BayerLaw) sowie der Müchener Rechtsanwalt Dr. Krauss (Tricon), zwei der maßgeblichen Klageführer.

Ein Sprecher der Deutschen Bank erklärte, man bedaure die beiden Urteile des Landgerichts Köln und fügte an: "Wir werden die Urteilsbegründungen prüfen und aller Voraussicht nach Berufung gegen beide Urteile einlegen."

Alexander Langhorst

13.10.2017
09:16
 

Neue Endspielstudie von Solventis

Aus aktuellem Anlass möchten wir auf die kürzlich erschienene Mitteilung von Solventis zur Veröffentlichung der diesjährigen "Endspiel-Studie" hinweisen. 

In der inzwischen 12. Auflage beschäftigen sich die Analysten von Solventis mit über 200 potentiellen Kandidaten, bei denen eine Strukturmaßnahme bereits beschlossen oder angekündigt wurde, sowie mit aussichtsreichen Kandidaten, bei denen eine solche noch anstehen könnte. Hier der genaue Wortlaut der Mitteilung:


Es ist wieder soweit, die 12. Endspiel-Studie von Solventis ist fertig!

Unter „Endspielen“ verstehen wir Unternehmen, die  Strukturmaßnahmen wie Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) oder Squeeze-out bereits angekündigt haben oder bei denen eine solche Strukturmaßnahme anstehen könnte. Endspiele haben ein günstigeres Risikoprofil als Aktieninvestments mit vergleichbarer Rendite.

Vor dem Hintergrund der Übernahmeaktivitäten chinesischer Investoren in Deutschland wurde die Außenwirtschaftsverordnung geschärft. Wir haben die Neuerungen herausgearbeitet. Man muss nun abwarten, ob und wie sich die AWV n.F. in der Praxis auswirkt. Ein europäischer Ansatz dürfte aufgrund divergierender Interessen auf Ebene der Mitgliedsstaaten hinter der AWV n.F. zurückbleiben.

Erneut haben wir einen Blick auf die Delisting-Aktivitäten im Geregelten Markt und Freiverkehr geworfen und arbeiten die Kursreaktionen heraus. Es gibt Hinweise darauf, dass die Abfindung - der 6-Monats-Durchschnitt vor Ankündigung - die Minderheiten benachteiligt. Damit stellt sich die Frage, ob der §39 BörsG n.F. nachgebessert wird. Die Bundesregierung soll sich dazu bis Jahresende äußern.

Die im Rahmen von Spruchverfahren erzielten Nachbesserungen (inkl. Nuller) beliefen sich seit unserer letzten Endspiel-Studie auf 33,5% inklusive Zinsen und damit deutlich oberhalb der Renditen der letzten Jahre. Dazu trugen einige Ausreißer maßgeblich bei.

Sehr erfreulich haben sich unsere 11 Favoriten aus der Endspiel-Studie 2016 entwickelt. Inklusive Dividenden betrug die Performance über 30%. Damit konnte das bereits gute Vorjahr (+24,8%) deutlich übertroffen werden. Gemessen an dem geringen Risikoprofil der Werte ein beachtliches Ergebnis.

Wieder mehr als 200 Unternehmen umfasst unser Endspiel-Universum 2017. Es ist nach verschiedenen Kriterien wie Veränderungen in der Aktionärsstruktur, kritischen Schwellen bei Stimmrechts- und Grundkapitalanteilen aufbereitet und übersichtlich zusammengefasst.

Unsere neu zusammengestellten Endspiel-Favoriten halten wir unter fundamentalen Gesichtspunkten für kaufenswert. Sie bieten Kurspotential und zusätzlich die Chance auf ein Endspiel.

Abgerundet wird die 80-seitige Studie von einer übersichtlichen Zusammenstellung der wesentlichen Eckdaten der mehr als 200 Unternehmen.

 

Bestellungen bei:

Solventis Beteiligungen GmbH

- Research -

Am Rosengarten 4

55131 Mainz

Tel.: 06131 - 4860 - 654

Fax: 06131 - 4860 - 659

e-mail: ulengerich(at)solventis.de

Internet: http://www.solventis.de

 

Alexander Langhorst

30.09.2017
16:48
 

Bankgeschichte - Schiffshypothekenbank zu Lübeck

In der mehrmals jährlich erscheinenden Reihe "Bank und Geschichte - Historische Rundschau" hat die Historische Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. eine neue Ausgabe zur Geschichte der "Schiffshypothekenbank zu Lübeck" veröffentlicht.

Bei Schiffshypothekenbanken handelte es sich um ein spezielles Kreditinstitut das sich auf die Finanzierung von Handelsschiffen spezialisiert hatte und bei Erfüllung der Voraussetzungen des Schiffshypothekenbankengesetztes die Möglichkeit hatte, sich über sog. "Schiffs-Pfandbriefe" zu refinanzieren.

In Deutschland existierten nach dem Zweiten Weltkrieg die in Hamburg ansässige Deutsche Schiffsbeleihungsbank, die Deutsche Schiffskreditbank in Duisburg, die Deutsche Schiffspfandbriefbank in Bremen und Berlin, die Neue Deutsche Schiffspfandbriefbank AG, Bremen sowie die Schiffshypothekenbank zu Lübeck AG, mit Sitz in Kiel/Hamburg.

Die spannende Geschichte, der jüngsten der fünf Banken - das Institut wurde im Jahre 1949 gegründet und in 2008 vollständig auf die Deutsche Bank verschmolzen können Sie direkt hier ( http://www.bankgeschichte.de/de/docs/Historische_Rundschau_webAktie.pdf  ) nachlesen.

 

Alexander Langhorst

26.08.2017
22:38
 

Spekulationsblasen - "Historiendrama Tulpenfieber"

Die "Tulpenmanie" in den Niederlanden in den 1630er Jahren gilt als die erste relativ gut dokumentierte Spekulationsblase in der Wirtschaftsgeschichte. Im sog. goldenen Zeitalter dort stiegen die Preise für Tulpenzwiebeln auf ein vergleichsweise extrem hohes Niveau. Der Preis von Zwiebeln besonders beliebten Sorten wie etwa "Semper Augustus" erreichte den Gegenwert eines Hauses in guter Lage in Amsterdam. Nach einer immer dynamischeren Preisentwicklung ist es im Feburar 1637 jedoch zu einem abrupten Einbruch des Marktes und der gezahlten Preise gekommen ist.

In der kommenden Woche kommt mit "Tulpenfieber" ein amerikanisch-bristisches Historiendrama in die Kinos, dass sich mit dieser "Mutter aller Spekulationsblasen filmisch auseinandersetzt.

Weitergehende Infos - und eine Antwort auf die Frage ob sich ein Besuch im Kino lohnt - finden Sie in der nachfolgend aufgeführten Filmkritik in der FAZ.

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/tulpenfieber-justin-chadwicks-historiendrama-in-der-filmkritik-15159333.html?GEPC=s30

 

Alexander Langhorst

02.08.2017
15:22
 

Nachbesserung bei der CREATON AG Vz - Etex hat nun Abwicklungshinweise veröffentlicht

Das es sich lohnt, wenn Aktionäre selbst aktiv werden zeigt sich auch wieder am Fall der Etex Holding (Spruchverfahren bei der CREATON AG). Hier hatten wir am 23. Juni 2017 berichtet, dass noch keine Abwicklungshinweise für die festgesetzten Nachbesserungen aus dem Spruchverfahren veröffentlicht worden sind.

Inzwischen haben die vielfachen Nachfragen direkt beim Unternehmen wohl dazu geführt, dass man dort doch tätig geworden ist. Hier die Veröffentlichung aus dem Bundesanzeiger vom 01. August 2017: 

Etex Holding GmbH
Heidelberg

Ergänzende technische Bekanntmachung zu der im Bundesanzeiger am 04.04.2017 veröffentlichten Bekanntmachung gemäß § 14 Nr. 1 SpruchG über die abschließende Gewährung einer erhöhten Garantiedividende aufgrund eines Beschlusses des Landgerichts München zur Beendigung des Spruchverfahrens an die (teilweise ehemaligen) Aktionäre der
CREATON Aktiengesellschaft, Wertingen,
– ISIN DE0005483036 / WKN 548303 –

im Zusammenhang mit dem im Jahr 2006 geschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags und der dort festgelegten Garantiedividende für die außenstehenden Aktionäre der CREATON Aktiengesellschaft, Wertingen.

Am 15. Mai 2006 schlossen die Etex Holding GmbH und die CREATON Aktiengesellschaft einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV).

Gemäß dem (BGAV) hat sich die Etex Holding GmbH verpflichtet, pro Geschäftsjahr eine Garantiedividende in Höhe von EUR 1,06 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag pro außenstehender Creaton-Aktie auszuzahlen und auf Verlangen der außenstehenden Aktionäre, deren Creaton-Aktien gegen eine Abfindung von EUR 23,47 je Aktie zu erwerben.

2007 wurde durch einen gerichtlichen Vergleich das Abfindungsangebot auf EUR 28,17 und die Garantiedividende auf EUR 1,27 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag erhöht.

Einige außenstehende Aktionäre der CREATON Aktiengesellschaft haben ein Verfahren auf gerichtliche Bestimmung einer angemessenen Abfindung und einer angemessenen Garantiedividene („Spruchverfahren“) vor dem Landgericht München eingeleitet. In diesem Verfahren hat das Landgericht München am 16. März 2017 Folgendes beschlossen:

Der Abfindungsbetrag wird nicht weiter erhöht und wird auf EUR 28,17 festgesetzt.
 
Die Garantiedividende wird auf EUR 1,83 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag erhöht.

Technische Umsetzung der Nachbesserung der Garantiedividende

Nachstehend werden die näheren Einzelheiten zu der Abwicklung der im Zusammenhang mit dem BGAV stehenden Ansprüche der nachbesserungsberechtigten Aktionäre der CREATON Aktiengesellschaft bekannt gegeben. Alle erforderlichen Maßnahmen für eine zügige Abwicklung dieses Verfahrens sind in die Wege geleitet, dabei fungiert die
Bankhaus Neelmeyer AG, Bremen, als Zentralabwicklungsstelle.

Die nachbesserungsberechtigten Aktionäre, die nach wie vor bei dem Kreditinstitut ein Konto unterhalten, über das seinerzeit die Garantiedividenden ausgezahlt wurden, brauchen hinsichtlich der Entgegennahme nichts zu veranlassen. Die Auszahlung des Nachbesserungsbetrags erfolgt erstmalig voraussichtlich am 14.09.2017. Sollte bis 16.10.2017 keine Gutschrift der Nachbesserung der Abfindung erfolgt sein, fordern wir hiermit diese Creaton-Aktionäre auf, sich mit ihrer Depotbank in Verbindung zu setzen und dort ihre Ansprüche geltend zu machen.

Nachbesserungsberechtigte Creaton-Aktionäre, die zwischenzeitlich ihre Bankverbindung gewechselt haben, werden gebeten, sich möglichst umgehend an das Kreditinstitut zu wenden, über welches seinerzeit die Garantiedividende ausgezahlt wurde. Die genaue Abstimmung über die Anforderung und die spätere Auszahlung der Nachbesserungsbeträge findet dann zwischen der neuen und der alten Depotbank statt.

Nachbesserungsansprüche können nur von der Depotbank bei der Zentralabwicklungsstelle abgefordert werden, über die die Garantiedividende ausgezahlt wurde.

Die Höhe des Nachbesserungsbetrags differenziert zwischen den Aktionären, die bisher noch kein Abfindungsangebot angenommen haben sowie denen, die ein Abfindungsangebot vor Beendigung des Spruchverfahrens angenommen haben und denen, die das Abfindungsangebot nach Beendigung des Spruchverfahrens angenommen haben.

Die genaue Höhe des Abfindungsbetrags pro Jahr/pro Aktie können die Aktionäre bei der jeweiligen Depotbank erfragen.

Erhöhung der Garantiedividende:

Die berechtigten Aktionäre der Creaton erhalten in Bezug auf die an sie ausgekehrte Garantiedividende die jeweilige Differenz zu der rechtskräftig festgesetzten Garantiedividende in Höhe von EUR 1,83 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag. Die ursprüngliche Garantiedividende betrug für das Jahr 2007 EUR 1,06 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag und in den Jahren 2008 bis einschließlich 2015 EUR 1,27 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag.

Die Garantiedividende für das Jahr 2016 wird in Höhe von EUR 1,83 brutto abzüglich Körperschaftsteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag ausgezahlt und ist somit nicht nachbesserungsberechtigt.

Sonstiges:

Kosten und Spesen für Depotbanken sind von dem jeweiligen Creaton-Aktionär selbst zu tragen.

Bei eventuellen Rückfragen werden die nachbesserungsberechtigten Creaton Aktionäre gebeten, sich an ihre jeweilige Depotbank zu wenden.

Heidelberg und Wertingen, im August 2017

Etex Holding GmbH

Die Geschäftsführung

CREATON Aktiengesellschaft

Der Vorstand

 

Sollten Sie weitere Verfahren kennen, in denen bislang noch keine Abwicklungshinweise für Nachbesserungen veröffentlicht wurden, freut sich GSC Research über einen kurzen Hinweis.

 

Alexander Langhorst

04.07.2017
20:39
 

Unternehmensgeschichte - 125 Jahre Deutsche Bank in Bayern

Eine sehr lesenswerte Publikation ist aktuell von der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V. zur 125-jährigen Präsenz des deutschen Branchenprimus in Bayern erschienen. Auch wenn die aktuellen operativen Meldungen und Vielzahl noch laufender juristischer Verfahren wenig erbaulich sind, setzt man bei der Aufarbeitung der eigenen Geschichte doch Maßstäbe die sich in der deutschen Konzernlandschaft sehen lassen können und die noch mehr Nachahmer finden sollte.

"Seit 125 Jahren ist die Deutsche Bank ein wichtiger Teil der bayerischen Wirtschaft. Als erste Berliner Großbank wagte sie am 1. Juli 1892 den Schritt von Preußen nach Bayern und eröffnete in München die „Bayerische Filiale der Deutschen Bank“. Eine neue Publikation zeigt, wie tief die Deutsche Bank in Bayern verwurzelt ist und wie eng sie den Aufstieg des Freistaats zum dynamischen Industrie- und Technologie-Standort begleitet hat.

Das unter dem Titel "Standort weiß-blau - 125 Jahre Deutsche Bank in Bayern" erschienene Buch ist auch unter folgendem Link direkt abrufbar.

Weitere interessante Publikationen zur Geschichte der Deutschen Bank, den handelnden Personen der vergangenen bald 150 Jahre sowie sämtliche Geschäftsberichte seit 1870 als PDF-Dokument sind unter www.bankgeschichte.de verfügbar.

Alexander Langhorst

23.06.2017
19:49
 

Aktionäre sollten selbst aktiv werden - Nachbesserung bei CREATON AG Vz.

Leider kommt es in der letzten Zeit immer wieder zu teilweise erheblichen Schwierigkeiten bei der Abwicklung von in Spruchverfahren festgesetzten Nachzahlungen oder Anhebungen bei den geschuldeten Ausgleichszahlungen. So werden zwar Beschlüsse meist recht zeitnah veröffentlicht, mit der Bekanntmachung von etwaigen Abwicklungshinweisen für die Depotbanken lassen sich einige Hauptgesellschafter jedoch teilweise aufreizend viel Zeit. Hier müssen die betroffenen Anleger von sich aus aktiv werden, um die Ihnen zustehenden Nachzahlungen auch zu erhalten.

Jüngster Fall ist nach Kenntnis von GSC Research die CREATON AG. Ausweislich der Bekanntmachung im Bundesanzeiger vom 04. April 2017 ist das Spruchverfahren anlässlich des im Jahre 2006 abgeschlossenen Unternehmensvertrages zwischen der Creaton AG und der Etex Holding GmbH abgeschlossen. So hat das Oberlandesgericht München mit Beschluss vom 16. März 2017 den Beschluss des Landgerichts München I vom 31. Oktober 2014 bestätigt. Das Landgericht München I hatte den Ausgleich auf 1,83 Euro brutto festgesetzt und die Anträge auf eine höhere Abfindung abgelehnt.


"Zum Spruchverfahren nach §§ 304, 305 AktG i. V. m. §§ 1 ff. SpruchG anlässlich des am 15. Mai 2006 abgeschlossenen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrags zwischen der CREATON Aktiengesellschaft, Wertingen, als abhängigem Unternehmen, und der ETEX Holding GmbH, Heidelberg, als herrschendem Unternehmen, machen der Vorstand der CREATON Aktiengesellschaft und die Geschäftsführung der ETEX Holding GmbH hiermit den aufgrund des Beschlusses des Oberlandesgerichts München vom 16. März 2017 im Beschwerdeverfahren (Az.: 31 Wx 470/14) nunmehr rechtskräftigen Beschluss des Landgerichts LG München I vom 31. Oktober 2014 (Az.: 5HK O 16022/07) wie folgt bekannt:

In dem Spruchverfahren wegen Ausgleich und Abfindung erlässt das Landgericht München I, 5. Kammer für Handelssachen durch Vorsitzenden Richter am Landgericht Dr. Krenek, Handelsrichter Pütz und Handelsrichterin Schreiber nach mündlicher Verhandlung vom 5.6.2008 und 3.7.2014 am 31.10.2014 folgenden Beschluss:

I. Die Anträge auf Festsetzung einer höheren Barabfindung werden zurückgewiesen.

II. Der Ausgleich gemäß § 4 Ziffer 1 des Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrages zwischen der ETEX Holding GmbH und der Creaton AG vom 15.5.2006 wird auf € 1,83 brutto abzüglich der Körperschaftssteuerbelastung nebst Solidaritätszuschlag in Höhe des jeweils geltenden Tarifs festgesetzt.

III. Die Antragsgegnerin trägt die Kosten des Verfahrens einschließlich der außergerichtlichen Kosten der Antragsteller.

IV. Der Geschäftswert des Verfahrens sowie der Wert für die Berechnung der von der Antragsgegnerin an den Gemeinsamen Vertreter der nicht selbst als Antragsteller am Verfahren beteiligten Aktionäre zu erstattenden Kosten wird auf € 7,5 Mio. festgesetzt."

Abwicklungshinweise für die Entgegennahme der durch das Gericht festgesetzten Anhebung der jährlichen Ausgleichszahlung auf nun 1,83 Euro brutto nach zuvor 1,06 Euro brutto wie im Unternehmensvertrag beschlossen wurden bisher nicht veröffentlicht.

Berechtigte Aktionäre sollten hier selbst aktiv werden und sich direkt an die zur Zahlung verpflichtete herrschende Gesellschaft, die Etex Holding GmbH (vertreten d. d. Geschäftsführer J. Alfons Peeters) mit Sitz in Heidelberg wenden.

Alexander Langhorst

10.05.2017
08:03
 

Vor 151 Jahren - erster "schwarzer Freitag in der City of London"

Die Bezeichnung "Black Friday" hat sich inzwischen auch hierzulande unter dem Begriff "Schwarzer Freitag" eingebürgert. Mit diesem Begriff werden wirtschaftlich bedeutsame Unglückstage im englischsprachigen Raum als Black Friday bezeichnet. Mit der zunehmenden Internationalisierung der Finanzmärkte hat sich diese Formulierung schon seit dem 19. Jahrhundert auch in anderen Ländern ausgebreitet und gehört auch hierzulande inzwischen fest zum Vokabular.

Das erste von der TIMES am Folgetag als "Black Friday" eingestufte Ereignis im Bankensektor ereignete sich am 10. Mai 1866 - also genau vor 151 Jahren. An diesem Tag hat die Londonder Diskontbank "Overend, Gurney and Company Limited ihre Zahlungen einstellen müssen.

Overend, Gurney and Co. blickte auf Wurzeln der Vorgängerinstute bis ins Jahr 1775 mit Gründung der Norwich Bank zurück und hatte sich als Großhandels-Diskontbank in der Londoner City einen Namen gemacht. Dort war das Institut auch als "the bankers' bank" bekannt.

Durchaus bekannt kommen dem Betrachter die Gründe für die Zahlungsunfähigkeit vor. Hier handelt es sich um die klassischen Problemfelder von falscher und zum Teil auch zu "lascher" Kreditvergabepraxis und ein mangelhaftes und nicht mehr auf der Höhe der Zeit befindliches Risikomanagement.

Eine sehr ausführliche Beschreibung unter dem Titel "The demise of Overend Gurney" kann der Ausarbeitung der Bank of England aus dem Jahre 2016 entnommen werden.

 

Alexander Langhorst

24.04.2017
20:43
 

SdK ruft zur Teilnahme an der Hauptversammlung der Grammer AG am 24. Mai auf

Aus gegebenem Anlass weisen wir hier auf einen Aufruf der SdK zur HV der Grammer AG am 24.05.2017 hin:

 

SdK ruft zur Teilnahme an der Hauptversammlung der Grammer AG am 24. Mai auf

Dem Streben des größten Aktionärs nach uneingeschränkter Macht muss Einhalt geboten werden

Die SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. ruft alle Aktionäre der Grammer AG zur Teilnahme an der am 24. Mai 2017 stattfindenden Hauptversammlung auf. Aus Sicht der SdK ist eine positive wirtschaftliche Entwicklung der Gesellschaft, die allen Aktionären zu Gute kommt, akut bedroht.

Im Laufe der letzten Monate hatte die Familie Hastor über zwei in Ihrem Einfluss stehende Beteiligungsgesellschaft mehr als 20 % der Aktien der Grammer AG erworben. Somit ist aktuell davon auszugehen, dass die Familie Hastor zwischen 20 % und 30 % des Grundkapitals der Grammer AG hält und damit zum aktuellen Zeitpunkt der größte Einzelaktionär der Gesellschaft ist. Im Zuge einer Stimmrechtsmitteilung im Dezember 2016 hatte die Hastor Familie unter anderem erklärt, dass sie eine Einflussnahme auf die Besetzung der Verwaltungs-, Leitungs- und Aufsichtsorgane der Grammer AG anstrebe und deshalb bereits ein Verlangen an den Vorstand gerichtet habe, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Mittlerweile ist auch bekannt, dass die Hastor Familie beabsichtigt, fünf von sechs Aufsichtsräten der Kapitalseite durch eigene Vertreter zu besetzen und den Vorstandsvorsitzenden Müller abzulösen.

Die zur Hastor-Firmengruppe gehörende Gesellschaft Prevent hatte im vergangenen Sommer im Wege einer Auseinandersetzung zweier Tochtergesellschaften der Prevent-Gruppe mit dem Volkswagen Konzern Schlagzeilen gemacht. Damals standen im Zuge der Auseinandersetzung mehrere Tage lang die Bänder bei Volkswagen still. Daher ist aus Sicht der SdK anzunehmen, dass die Kunden von Grammer das Engagement der Familie Hastor kritisch sehen dürften, und die Grammer AG sogar Aufträge kosten dürfte.

Nach Meinung der SdK ist der erfolgreiche Wachstumskurs der vergangenen Jahren der Verdienst der engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Grammer Konzerns und der umsichtigen Geschäftspolitik des amtierenden Vorstandsvorsitzenden, der erfolgreich durch die langjährigen Aufsichtsratsmitglieder kontrolliert und beraten wurde. Es besteht aus Sicht der SdK  kein Grund, das erfolgreiche Team auszutauschen.

Aus Sicht der SdK sollte die Zusammensetzung der Anteilseigner im Aufsichtsrat die Eigentümerstruktur der Gesellschaft widerspiegeln. Es kann nicht angehen, dass die Familie Hastor fünf oder gar alle Vertreter der Anteilseigner im Aufsichtsrat stellen will, obwohl sie den Stimmrechtsmitteilungen zu Folge offenbar nur rund 20% bis maximal 30% der Stimmrechte an der Grammer AG hält. Aus Sicht der SdK stehen der Familie Hastor aufgrund der Höhe ihrer Beteiligung maximal zwei Aufsichtsratssitze zu.

Daher ist es aus Sicht der SdK von hoher Bedeutung, dass die Aktionäre des Streubesitzes ihre Stimmrechte im Rahmen der anstehenden Hauptversammlung am 24. Mai 2017 wahrnehmen. Ansonsten könnte die Familie Hastor wegen der üblicherweise geringen Präsenz auf der Hauptversammlung mit ihrer Minderheitenbeteiligung plötzlich tatsächlich Mehrheiten im Rahmen der Hauptversammlung bekommen  und somit die Kontrolle über die Grammer AG erlangen. Im Vorjahr waren beispielsweise nur knapp 42% vom Grundkapital bei der Hauptversammlung vertreten.

Aktionäre können ihre Stimmrechte im Rahmen der Hauptversammlung auch kostenlos durch die SdK vertreten lassen, sofern eine persönliche Teilnahme nicht möglich sein sollte. Dies gilt auch für Nichtmitglieder. Teilnahmeberechtigt ist, wer zu Beginn des 3. Mai 2017 um 0:00 Uhr mindestens 1 Aktie der Grammer AG im Depot hat und sich rechtzeitig zur Hauptversammlung anmeldet. Wer die SdK mit der Wahrnehmung der Stimmrechte beauftragen will, kann über seine Bank veranlassen, dass die Eintrittskarte gleich auf die SdK ausgestellt wird. Alternativ kann ein Aktionär auch auf der Eintrittskarte eine entsprechende Vollmacht erteilen und diese der SdK (Hackenstr. 7b, 80331 München) übermitteln. Weitere Informationen zur Vollmachtserteilung finden Sie auf unserer Internetseite unter sdk.org/leistungen/stimmrechtsvertretung/.

Die SdK wird das von ihr geplante Abstimmungsverhalten zur Hauptversammlung am 24. Mai.2017 vorab unter www.sdk.org veröffentlichen.

Für Rückfragen stehen wir gerne unter 089 / 2020846-0 oder info@sdk.org zur Verfügung.

München, 24. April 2017

SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

Fon: +49 / 89 / 2020846-0
Fax: +49 / 89 / 2020846-10
info(at)sdk.org

Vorstandsvorsitzender: Daniel Bauer
Zuständiges Vereinsregister: Amtsgericht München
Vereinsregister-Nummer: VR 202533

 

Alexander Langhorst

15.04.2017
13:38
 

Frohe Ostern

Wir wünschen allen Kunden, Aktionären und Freunden von GSC Research schöne Feiertage. Genießen Sie die Zeit im Kreis Ihrer Lieben.

Ihr GSC Research-Team

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