01.02.2019
13:15
 

Bankenfusion | was passiert mit DWS

Bankenfusion | was passiert mit DWS

 

Die Schlagzeilen überschlagen sich geradezu dieser Tage. Wer hier wann mit wem gesprochen haben soll. Die Deutsche Bank, Commerzbank, der Finanzminister, auch Cerberus soll mit von der Partie sein. Nachdem sich zuvor ein mögliches Zusammengehen von UBS und Deutsche Bank mangels Interesse der Schweizer in Wohlgefallen auflöste, wird anscheinend derzeit auf Druck der Bundesregierung versucht, einen „deutschen Champion“ aus den beiden wankenden Lokalmatadoren Commerzbank und Deutsche Bank zu formen. Wobei sich die Commerzbank bezeichnender Weise auch noch zu über 15 Prozent im Besitz der Bundesrepublik Deutschland befindet.

Soweit bekannt verfügt die Commerzbank derzeit über keine eigene Fondsgesellschaft, anders als die Deutsche Bank, die ihre Fondstochter DWS, mit vollen Namen „Deutsche Gesellschaft für Wertpapiersparen“ (ehem. Deutsche Asset Management), erst im April 2018 an die Börse brachte.

Idealer Weise darf man unterstellen, dass sich durch eine Fusion der beiden Bankhäuser die potentielle Kundenbasis der DWS merklich vergrößern würde, was sich positiv aufs Geschäft, und in Folge dessen auch auf den Kurs auswirken würde.

Seit dem Börsengang ging es mit dem Kurs der DWS Group stetig bergab. Die DWS Aktie verlor seit dem IPO rund 32 Prozent an Wert und konnte sich erst in den letzten Tage, vermutlich als Reaktion auf die wieder aufflammenden Fusionsgerüchte, stabilisieren. Bis dahin litt der Kurs unter dem mauen Börsenumfeld 2018, den Führungs- und Reputationsdebakel im Mutterhaus Deutsche Bank, sowie an markanten Mittelabflüssen, wie sie die gesamte Fondsbranche in den letzten Monaten zu verzeichnen hatte.

Selbst der Führungswechsel bei der DWS von Nicolas Moreau zu Asoka Wöhrmann konnte den Kursverlauf der DWS Aktie im Herbst nur kurz beleben. Danach ging der Aktienkurs mit gewohnter Tristes weiter gen Süden, wo er am 15.01.2019 bei 22,435 EUR auf Xetra seinen vorläufigen Tiefststand markierte.

Stabilisierend wirkt sich momentan sehr wahrscheinlich die zu erwartende Dividende aus, auf welche die chronisch bedürftige Deutsche Bank als Großaktionär sicherlich bestehen wird. Zu erwarten ist eine Dividende von 1,37 EUR/Aktie, was bei Kursen um EUR 23,50 einer Dividendenrendite von 5,8 Prozent entspricht.

Aus Perspektive der attraktiven Dividendenrendite ist die DWS derzeit sicher einen Blick wert. Aber auch die potentiell nach einer Fusion erreichbaren Commerzbankkunden sollten der DWS-Aktie zuträglich sein.

Nach letzten Meldungen verwaltet die DWS ein Vermögen von rund 662 Mrd. EUR und gehört damit noch nicht mal zur Top-Ten der weltgrößten Vermögensverwalter, aber immerhin noch mit Platz 19 zu den Top-20. Unter den rein europäischen Fondshäusern kommt die DWS auf einen respektablen dritten Rang. Zum Vergleich: der Europäische Spitzenreiter der Fondsbranche, Amundi, verwaltet über 1.100 Mrd. EUR und war Anfang 2018 damit weltweit die Nummer elf.

Rein hypothetisch: Würden die beiden großen deutschen Geldhäuser zusammenspannen, hätte die DWS Group ein um gut 50% größeres Feld an hauseigenen Kunden zu beackern.

Bereinigt um Redundanzen kommt die Deutsche Bank inkl. der Postbank auf rund 20 Mio. Privatkunden. Die Commerzbank kommt, sehr wahrscheinlich einschließlich M.Bank, comdirect und OnVista, auf 13 Mio. Kunden – privat, wie gewerblich. Auch wenn es mangels klarer Angaben seitens der Banken etwas von „Äpfel mit Birnen vergleichen“ hat, wird doch klar, das hier eine massive Ausweitung der „hausinternen“ Kundenbasis bevor stünde, käme die Fusion zustande.

Ob es reicht, den Mittelabflüssen entgegenzuwirken, wird sich zeigen, darf aber angenommen werden. Schon im Q3 Bericht 2018 peilt die DWS für 2019 Nettomittelzuflüsse in Höhe von 2-3 Prozent an. So oder so, zumindest würde die DWS dichter an den Platzhirsch Amundi heranrücken.

Ob die Wachstumsziele nach dem nun vorliegenden Jahreszahlen der DWS für 2018 noch Bestand haben, darf bezweifelt, zumindest aber als ambitioniert betrachtet werden. Immerhin hatte die DWS 2018 insgesamt 22,3 Mrd. Euro bzw. rund 3,2 Prozent an Mittelabflüssen zu verkraften.

Apropos Mittelabflüsse: Wo fliesen die Mittel denn hin? Offensichtlich nicht zur Konkurrenz. Auch ein reiner Wechsel der Asset-Klasse scheidet weitgehend aus, da die meisten Fondshäuser sowohl Aktien- und Anleihe- als auch Immobilienfonds im Angebot haben. Bleibt eigentlich nur die Direktanlage in Aktien, Anleihen oder Immobilien. Oder der Abbau von Schulden, wenn die Mittelabflüsse in die Tilgung etwaiger Kredite fließen. Und schaut man sich die Entwicklung bei Wertpapierkrediten und Immobilienpreisen an, scheint genau das zu passieren.

Ein anderes, nicht minder spannendes Szenario für die DWS Group wäre der Weg „back to the roots“, sollte die Fusion ausbleiben, oder unter kartellrechtlichen Auflagen die (teilweise) Trennung der Deutschen Bank von der DWS verlangt werden.

Denn damals, als die DWS am 22. Mai 1956 in Hamburg gegründet wurde, war sie Diener mehrerer Herrn . Auf die Deutsche Bank entfielen „nur“ 30 Prozent der Anteile. Weitere Gründer und Mitaktionäre waren u.a. die August Thyssen Bank, das Bankhaus Donner, Delbrück, die Berliner Disconto Bank, Sal. Oppenheim, Georg Hauck & Sohn, die Metallgesellschaft, sowie das Bankhaus Metzler. Gut vorstellbar, und von der Deutschen Bank beim DWS-IPO ja auch nicht gänzlich ausgeschlossen, dass bei DWS auch wieder andere Großaktionäre mit an Bord gehen, sollten mögliche Fusionsgespräche oder andere Umstände dies erforderlich machen.

Fazit | Sollte es die DWS schaffen, von dem jetzigen Niveau die einst avisierten 2-3 Prozent Wachstum bei den verwalteten Kundengeldern zu generieren, wäre schon das allein ein Lichtblick. Darüber hinaus ist CEO Wöhrmann bestrebt, die Kosten noch weiter zu reduzieren, um auch auf der Ergebnisseite attraktiver zu werden, was wiederum Einfluss auf eine nachhaltige Dividendenpolitik im Hause DWS hätte.

Betrachtet man noch die oben skizzierten Szenarien, wie den Windfall-Effekt nach einer Fusion der Deutschen Bank mit der Commerzbank, oder einer wie auch immer gearteten Veränderung im Aktionariat der DWS, mit entsprechenden Optionen für den Fonds-Vertrieb, kann man der jetzigen Situation, den Blick vorwärts gerichtet, auch etwas positives abgewinnen. Besonders nach den heute veröffentlichten Jahreszahlen 2018 der DWS. Die Kursreaktion darauf hätte durchaus schlimmer ausfallen können.

Karsten Koos ist Vorstand der five-alive AG, Social Trader auf wikifolio.com und über das Family Office "five-alive" Anteilseigner der GSC Holding AG.

Das five-alive wikifolio hält bei Redaktionsschluss Aktien der DWS Group

Hinweis: Der Artikel wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Für die Richtigkeit der in der Analyse enthaltenen Aussagen, Prognosen und Angaben wird jedoch keine Gewähr übernommen. Der Inhalt dient lediglich der Information und beinhaltet keine Vermögensberatung und keine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder anderen Finanzprodukten. Eine Haftung für Vermögensschäden ist ausgeschlossen. Der Autor erklärt, dass er, oder ihm nahestehende Personen oder Institutionen im Besitz von Finanzinstrumenten sein können, auf die sich dieser Artikel bezieht. Hierdurch besteht die Möglichkeit eines Interessenkonfliktes.

 

10.01.2019
19:45
 

Der Tod der Inhaberaktie (aus dem DVFA Blog)

Im aktuellen News-Blog der DVFA ist jüngst ein ausgesprochen lesenswerter Beitrag von Peter Thilo Hasler zum Thema Inhaberaktie und aktuellen Überlegungen des Gesetzgebers erschienen, auf den an dieser ausdrücklich hingewiesen werden soll.

Neben den angesprochenen Themenfeldern stellt sich natürlich im Angesicht der aktuellen Ereignisse einmal mehr auch die Frage, wie die "Sicherheit der persönlichen Daten" die wieder einmal nach Vorstellung des Gesetzgebers gesammelt werden dann auch sichergestellt werden kann. Berechtigte Zweifel sind hier wohl mehr als angebracht. 

 

Der Tod der Inhaberaktie

Liebe Investment Professionals,

weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit ist vor einigen Wochen ein Referentenentwurf des Bundesministeriums der Justiz und für Verbraucherschutz veröffentlicht worden, durch den nichts weniger als der Tod der Inhaberaktie besiegelt werden wird. Die Anonymität des Aktionärs gehört, sollte der Referentenentwurf in der vorgelegten Form umgesetzt werden, endgültig der Vergangenheit an.

Mit Verweis auf nicht näher konkretisierte „Aktionärsrechte“ soll ins Aktiengesetz der neue Paragraph § 67d AktG eingefügt werden, mit dem der Informationsanspruch der Gesellschaft gegenüber Intermediären geregelt wird. Danach kann eine börsennotierte Gesellschaft den Finanzintermediär, der Aktien der Gesellschaft verwahrt, dazu auffordern, detaillierte Angaben zu den persönlichen Daten der Aktionäre weiterzugeben, insbesondere Namen, Vornamen und Postanschrift, aber auch E-Mail-Adressen und selbst die Geburtsdaten der Anleger.

Begründet wird diese Neuregelung mit dem Ziel einer besseren Identifikation und Information der Aktionäre. Mit dem Argument des „Know your shareholder“ wird aus der Informationsverpflichtung des Emittenten gegenüber dem Kapitalmarkt als Ganzem, wie sie bereits in verschiedenen Gesetzestexten und Verordnungen, u. a. dem WpÜG, der MAR oder dem WpHG, im Detail festgelegt sind, eine Informationspflicht gegenüber dem individuellen Aktionär abgeleitet.

Nun könnte man dagegen halten, dass Inhaberaktien ohnehin von Namensaktien immer mehr verdrängt werden – so ist im DAX inzwischen bereits mehr als die Hälfte aller enthaltenen Werte Namensaktien –, dass Namensaktien in angelsächsischen Ländern schon längst den Normalfall darstellen oder einfach, dass Namensaktien das überlegene Vehikel darstellen: Schließlich sind Namensaktionäre dem Unternehmen bekannt, wodurch Kosten etwa bei der Einladung zur Hauptversammlung eingespart oder die „Anschleichversuche“ potenzieller Unternehmenskäufer verhindert werden können.

Inwiefern aber für die Informationsversorgung des Aktionärs die Kenntnis selbst persönlicher Daten bis hin zum Geburtstag erforderlich ist, bleibt das Geheimnis des Ministeriums. Ebenso ungeklärt ist auch die Frage, warum die Informationsverpflichtung auf die Eigentümer börsennotierter Aktiengesellschaften beschränkt bleibt und nicht auch andere Gesellschaftsformen gleich miteinbezogen werden.

Ganz im Sinne des aus dem Schafkopf bekannten „Ober sticht Unter“-Prinzips wird mit der Neuregelung auch gleich die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) gekippt. Dort genießen Privatanleger – das wird uns seit Mai letzten Jahres pausenlos eingetrichtert – und ihre personenbezogenen Daten einen besonderen Schutz vor der Weiterverarbeitung durch private Unternehmen. Als Folge ist etwa geregelt, dass eine betroffene Person für die Verarbeitung ihrer personenbezogenen Daten eine explizite Einwilligung zu erteilen hat. Diese Verordnung hat allerdings nur so lange Bestand, wie sie nicht – wie in diesem Fall – von einem Gesetz gekippt wird. Damit wird deutlich, dass die Persönlichkeitsrechte eines Aktionärs aus Sicht des Justizministeriums ganz offensichtlich weniger schützenswert sind als die eines Inhabers von Staatsanleihen oder eines Fondssparers.

Wer nun einwendet, mit dem Referentenentwurf werde lediglich eine EU-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt, übersieht, dass wie schon zuvor in der völlig misslungenen Neufassung der Wertpapierprospektrichtlinie von der (grundsätzlich möglichen) einzelstaatlichen Beschränkungsmöglichkeit, in diesem Fall auf Anteile von mehr als 0,5% des Grundkapitals, kein Gebrauch gemacht wurde. Stattdessen werden vom deutschen Gesetzgeber gerade die Persönlichkeitsrechte des Kleinaktionärs als nicht besonders schutzwürdig angesehen. Einmal mehr hat sich der deutsche Gesetzgeber damit am restriktiven Ende der möglichen Bandbreite positioniert.

Abgesehen von der Grundsatzfrage, ob persönliche Daten eines Aktionärs dem Datenschutz unterliegen sollten oder nicht, ergeben sich im praktischen Alltag durchaus konkrete Risiken. Man stelle sich etwa einen kritischen Aktionär vor, der es sich erdreistet, bei der Ausübung seiner Aktionärsrechte auf der Hauptversammlung einen Redebeitrag abzugeben und dabei unbequeme Fragen zu stellen oder womöglich sogar durch einen eigenen Antrag zur Tagesordnung den Wert „seines“ Unternehmens zu steigern. Sollen dessen persönliche Daten wirklich an den Vorstand weitergeleitet werden dürfen? Wer schon einmal erlebt hat, wie kritische Analysten und Fondsmanager selbst von DAX-Vorständen coram publico geradezu abgekanzelt werden, muss befürchten, dass sich kritische Kleinaktionäre zukünftig in der aktiven Ausübung von Mitsprache- und Mitbestimmungsrechten behindert sehen und sich in der Folge von der Asset-Klasse Aktie abwenden.

EU-Richtlinie und Referentenentwurf stellen aber nicht nur einen Eingriff in die Rechte der Kleinaktionäre dar. Sie bedeuten nachgerade eine Entmündigung des Aktionärs, weil sie nämlich unterstellen, dass diese nur durch eine direkte Ansprache seitens des Emittenten über dessen jüngste Entwicklung informiert werden können. Vor 30 Jahren, als Aktionäre noch in den Schaufenstern ihrer Bank die aktuellen Börsenkurse ablesen mussten, mag diese Denkhaltung angemessen gewesen sein. Im Internetzeitalter mit Online-Finanzdienstleistern ist sie das nicht.

Mit besten Grüßen

Ihr

Peter Thilo Hasler

 

 Alexander Langhorst

31.12.2018
11:05
 

Alles Gute für 2019!

Wir wünschen unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern einen guten Rutsch und ein gutes, erfolgreiches und gesundes neues Jahr 2019.

Das Team von GSC Research

24.12.2018
07:00
 

Frohe Weihnachten

Frohe Stunden und besinnliche Feiertage wünschen wir unseren Kunden, Geschäftspartnern und Anteilseignern zum Weihnachtsfest und für das neue Jahr 2019 alles Gute.

Das Team von GSC Research

22.12.2018
12:00
 

SdK - Schwarzbuch Börse 2018: "Die großen und kleinen Skandale"

Die SdK - Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. (www.sdk.org) hat jüngst das neue Schwazbuch Börse 2018 veröffentlicht. Interessierten Anlegern empfehlen wir die nachfolgend zitierte Originalpressemitteilung in der auch eine Bezugsmöglichkeit angegeben ist zur Lektüre:

 

"Schwarzbuch Börse 2018: Die großen und kleinen Skandale"

Die Insolvenz der P&R-Gruppe ist für betroffene Privatanleger ein Fiasko: Sie werden nur einen minimalen Teil ihrer Investition wiedersehen. "Wer das P&R-Geschäftsmodell über Jahre verfolgt hat, konnte ahnen, dass die Blackbox P&R nicht sauber arbeitet", fasst SdK Vorstandsvorsitzender Daniel Bauer die Lehre aus einem der größten Anlegerskandale Deutschlands zusammen.

In diesem Sinne präsentiert das aktuelle Schwarzbuch Börse der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V., das alljährlich im Rahmen der Publikation AnlegerLand erscheint, die großen und kleinen Skandale aus Sicht der Privatinvestoren. Die anschauliche Sammlung von Negativbeispielen reicht von ASmallWorld über Delticom und Royalbeach bis ZhongDe Waste Technologie.

Das Schwarzbuch Börse berichtet nicht nur aus erster Hand von hitzigen Generaldebatten auf Hauptversammlungen, sondern geht dubiosen Geschäften, unklaren Bilanzen und möglichen Kursmanipulationen im Detail auf den Grund. Neben Missständen bei einzelnen Gesellschaften befasst sich das Schwarzbuch Börse 2018 mit den Auswirkungen unzureichender Risikoberichterstattung in den Bilanzen deutscher AGs, des Dieselgate-Skandals oder der Panama Papers.

Risikoberichterstattung - welche Informationen man (nicht) erhält

Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Untersuchung zur Aussagekraft von Risikoberichten ausgewählter DAX-Unternehmen an der Hochschule Pforzheim sind alarmierend. Für private Anleger ist es kaum möglich, anhand der Risikoberichte die Risiken eines Unternehmens zu überblicken und die Eintrittswahrscheinlichkeit bzw. die potenzielle Auswirkung eines Risikos richtig einzuordnen.

In der Studie werden die Risikoberichte von BMW, Volkswagen, Bayer und Merck im Zeitraum 2014 bis 2016 analysiert. Sogar bei den Berichten mit der höchsten Informationsdichte ist eine genaue Aussage bezüglich der Risikotragfähigkeit des Unternehmens nicht gegeben. Formulierungen aus den Vorjahren wurden kopiert und wortgleich für das aktuelle Jahr eingefügt, konkrete belastbare Zahlen über die Risikohöhe nicht vorgelegt.

P&R, ein Schneeballsystem par excellence

Anleger haben über Generationen hinweg hohe Summen in Container der P&R-Gruppe investiert und stehen jetzt vor einem Scherbenhaufen. Die SdK hat ein Gutachten in Bezug auf das Geschäftsmodell in Auftrag gegeben: Es war bereits seit Jahren nicht mehr tragfähig und mündete in einem klassischen Schneeball-system. Die Aussichten für Anleger im Insolvenzverfahren sind düster.

Und bist du nicht willig, so brauch' ich Gewalt

Um die Minderheitsaktionäre der MK-Kliniken AG loszuwerden, scheint Ulrich Marseille, dem Gründer, Aufsichtsratsvorsitzenden und Mehrheitseigentümer, fast jedes Mittel recht. Von Schikanen auf Hauptversammlungen über gravierende Kapitalerhöhungsbeschlüsse bis zu einem skandalösen Aktienrückkaufprogramm - MK-Kliniken zeigt eine besondere Kreativität, wenn es darum geht, Aktionäre loszuwerden.

Ein "guter" Schritt dahin ist für Gesellschaften immer das Delisting. Diesen Schritt hat nicht nur MK-Kliniken gewählt, sondern auch die Softship AG. Letztere illustriert anschaulich die möglichen Bewertungsprobleme nach einem Delisting im Vorfeld einer aktienrechtlichen Strukturmaßnahme wie dem Squeeze-out.

Game over bei Royalbeach

Nach endlosen positiven Meldungen kam die Insolvenz der Royalbeach Spiel- und Sportartikel GmbH Anfang 2018 überraschend. Erste Ermittlungen haben ergeben, dass die Gesellschaft offenbar seit Jahren massiv alle Beteiligten durch fingierte Forderungen betrogen hat. Sowohl die angeblichen Aufträge als auch die zur Liquiditätsbeschaffung angegebenen Warenbestände existierten anscheinend zum Großteil gar nicht. Die Anlegergelder flossen über Tochtergesellschaften ab.

SdK Vorstandsvorsitzender Daniel Bauer sagt dazu: "Bei der Insolvenz der Royal-beach Spielwaren und Sportartikel Vertriebs GmbH wurde erneut sichtbar, wie leicht es ist, mit intransparenten und zum Teil falschen Angaben Banken und Anleger hinters Licht zu führen."

Weitere Themen des Schwarzbuch Börse 2018 sind:

- die deutschen Bankaktien zehn Jahre nach der Lehman-Pleite

- Dividendenklau bei wikifolio-Zertifikaten

- Lustkiller nach dem Niedergang der Beate-Uhse-Kette

- "vermöbelte" Anleger bei Steinhoff International Holdings N.V.

- Abgründe auf der HV der Deutsche Geothermische Immobilen AG

- Todesstoß für mybet Holding SE

- kryptische Fragezeichen bei "The NAGA Group"

- Insolvenz und wieder zurück für UHR.DE

- Wirtschaftsverhinderung statt -förderung des Berliner Senats

- "virtuelle" Umsätze bei STARAMBA SE

- Fritz Nols: vom Börsenmakler zum Krypto-Opportunisten

- IPO-Flops windeln.de, elumeo und VAPIANO

- und weitere negative Einzelfälle wie Delticom, NorCom, Sino oder die "Reich-Gruppe"

Das Schwarzbuch Börse erscheint als Bestandteil der Sonderausgabe "AnlegerLand 2019". Es kann kostenpflichtig bei der SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V. unter info@sdk.org oder unter 089 / 2020846-0 bestellt werden oder für 4,50 Euro an ausgewählten Bahnhofskioskverkaufsstellen in deutschen Großstädten erworben werden.

SdK Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.

München, am 20. Dezember 2018

 

Ansprechpartner für die Presse:

Daniel Bauer

Vorstandvorsitzender der SdK

Tel.: + 49 (0) 89 20 20 846 0

E-Mail: bauer(at)sdk.org

 

Alexander Langhorst

20.12.2018
10:33
 

Unternehmensgeschichte - "Geschichte der Banca d’America e d’Italia (BAI)" und "Bankiers und ihre Weine"

Zwei sehr lesenswerte Publikationen sind in diesem Jahr von der Historischen Gesellschaft der Deutschen Bank e.V.erschienen. Der Blick in die Historie des deutschen Branchenprimus ist dabei sicherlich weitaus erfreulicher als die aktuelle Meldungslage aus den Zwillingstürmen. Dies gilt insbesondere auch mit Blick auf die zweite der vorgestellten Publikationen.

Zum einen handelt es sich dabei um die Darstellung der Geschichte der Banca d’America e d’Italia (BAI) die im Jahre 1917 gegründet wurde und im Sommer 1918 ihren Geschäftsbetrieb aufgenommen hat. Im Jahre 1986 wurde die BAI von der Deutschen Bank übernommen und heißt sei 1994 „Deutsche Bank SpA“. Die Publikation ist hier direkt abrufbar.

Bei der zweiten Publikation handelt es sich um das durchaus spannende Thema "Bankiers und ihre Weine - Streifzüge durch das 19. und frühe 20. Jahrhundert". Der lesenswerte Bericht wurde verfasst von Dr. Daniel Deckers (Redakteur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und Dozent für die Geschichte des Weinbaus und Weinhandels an der Hochschule Geisenheim) und ist hier abrufbar.

Weitere interessante Publikationen zur Geschichte der Deutschen Bank, den handelnden Personen der vergangenen bald 150 Jahre sowie sämtliche Geschäftsberichte seit 1870 als PDF-Dokument sind unter www.bankgeschichte.de verfügbar.

Alexander Langhorst

17.12.2018
11:43
 

GSC Research exklusiv - Squeeze-Out bei der AGO AG angekündigt

Wie wir soeben exklusiv von unserem Berichterstatter Matthias Wahler aus Kulmbach erfahren haben, wurde auf der heutigen außerordentlichen Hauptversammlung der AGO AG (WKN A12UK4) seitens des Hauptaktionärs die Squeeze-Out Absicht bekannt gegeben. Seit dem Delisting werden die AGO AG Aktien im Telefonhandel bei der Valora Effekten Handel AG (www.veh.com) gehandelt.

Demnach ist ein verschmelzungsrechtlicher Squeeze-Out vorgesehen. Der Abfindungspreis soll 3,03 Euro betragen und zu einer entsprechenden außerordentlichen Hauptversammlung mit Beschlussfassung soll noch vor Weihnachten im Bundesanzeiger eingeladen werden. Der Hauptaktionär HCS Beteiligungsgesellschaft mbH hält ausweislich der heutigen Präsenzliste 90,4 Prozent der Aktien der AGO AG.

Die genauen Hintergründe der Hauptversammlung können dem bei GSC Research erscheinenden HV-Bericht entnommen werden.

 

Alexander Langhorst

10.11.2018
11:21
 

2018er Endspielstudie von Solventis

Aus aktuellem Anlass möchten wir auf die kürzlich erschienene Mitteilung von Solventis zur Veröffentlichung der diesjährigen "Endspiel-Studie" hinweisen.

In der inzwischen 13. Auflage beschäftigen sich die Analysten von Solventis mit über 200 potentiellen Kandidaten, bei denen eine Strukturmaßnahme bereits beschlossen oder angekündigt wurde, sowie mit aussichtsreichen Kandidaten, bei denen eine solche noch anstehen könnte. Hier der genaue Wortlaut der Mitteilung:

 

Es ist wieder soweit, die 13. Endspiel-Studie von Solventis liegt auf dem Tisch!
 
Unter „ Endspielen“ verstehen wir Unternehmen, die Strukturmaßnahmen wie Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag (BGAV) oder Squeeze-out bereits angekündigt haben oder bei denen eine solche Strukturmaßnahme anstehen könnte. Endspiele haben ein günstigeres Risikoprofil als Aktieninvestments mit vergleichbarer Rendite.

Aktivistische Investoren investieren häufig in Übernahmesituationen, bei denen der Angebotspreis aus Sicht dieser Investoren noch Potential nach oben hat. Zum anderen investieren sie in Unternehmen, auf deren Management sie aktiv Einfluss nehmen, um Wertpotentiale zu heben. Diese Engagements sind zwar nicht immer von Erfolg gekrönt, aber es kann eine Überlegung wert sein, auf den Zug mit aufzuspringen. Wir arbeiten die wichtigsten Fälle auf und haben die wesentlichen Informationen übersichtlich in eine Tabelle zusammengefasst.

Im August 2018 untersagte die Bundesregierung erstmals eine Übernahme auf Basis der Außen-wirtschaftsverordnung (AWV) Kapitel 6. Der Werkzeugmaschinenhersteller Leifeld sollte von dem chinesischen Unternehmen Yantai Taihai Corp. gekauft werden. Das Unternehmen hatte jedoch bereits vor der Veröffentlichung des Votums sein Vorhaben abgesagt, da sich ein negatives Votum abzeichnete. Die AWV soll nach dem Willen von Bundeswirtschaftsminister Altmaier weiter verschärft werden.
Die vom Bund unveröffentlichte Evaluation der Vorschriften zum Anlegerschutz beim Delisting kommt zum Ergebnis, dass bis auf weiteres nichts geändert wird. Es bleibt also dabei, dass Aktionäre im Geregelten Markt mindestens den Sechs-Monats-Durchschnitt erhalten. Wir bereiten das Thema nochmals auf.

Die im Rahmen von Spruchverfahren erzielten Nachbesserungen beliefen sich seit unserer letzten Endspiel-Studie auf 10,7% inklusive Zinsen. Darin sind die Fälle ohne Nachbesserung („Nuller“) enthalten. Der Anteil der Nuller war mit fast 50% ungewöhnlich hoch. Ohne Nuller kommen wir auf ein Plus von 17,3% inklusive Zinsen.

Mehr als 230 Unternehmen umfasst unser Endspiel-Universum 2018. Es ist nach verschiedenen Kriterien wie Veränderungen in der Aktionärsstruktur, kritischen Schwellen bei Stimmrechts- und Grundkapitalanteilen aufbereitet und übersichtlich zusammengefasst.

Unsere neu zusammengestellten Endspiel-Favoriten halten wir unter fundamentalen Gesichts-punkten für kaufenswert. Sie bieten Kurspotential und zusätzlich die Chance auf ein Endspiel.

Abgerundet wird die rund 100-seitige Studie von einer übersichtlichen Zusammenstellung der wesentlichen Eckdaten der mehr als 230 Unternehmen.
 

Bestellungen direkt bei:

Solventis Beteiligungen GmbH

- Research -

Am Rosengarten 4

55131 Mainz

Tel.: 06131 - 4860 - 654

Fax: 06131 - 4860 - 659

e-mail: ulengerich(at)solventis.de

Internet: www.solventis.de


 

Alexander Langhorst

02.10.2018
14:02
 

ZDFzoom Doku - Geheimakte Finanzkrise - Droht der nächste Jahrhundert-Crash?

Eine sehenswerte Dokumentation des ZDF anlässlich zehnten Jahrestages des Lehmann-Brothers Bankrotts am 15.09.2018 ist noch bis Mitte November 2018 unter dem nachfolgenden Link in der ZDF Mediathek verfügbar:


(https://www.zdf.de/dokumentation/zdfzoom/zdfzoom-geheimakte-finanzkrise-110.html)


Aus der Beschreibung zur Sendung:

"Das Ergebnis ist bekannt: Die Insolvenz der Lehman-Bank am 15. September 2008 führte die Welt an den Abgrund. Doch wie kam es zu der Krise? Und welche Rolle spielte die Deutsche Bank?

Die "ZDFzoom"-Doku zeigt erstmals, dass Deutschlands größte Bank nicht nur die Krise wesentlich mit ausgelöst hat, sondern selbst auch um ihr Überleben kämpfte – während sie sich öffentlich rühmte, als einziges europäisches Finanzinstitut stabil dazustehen.

Es stellen sich zehn Jahre nach der Krise gleich mehrere Fragen: Ist die Deutsche Bank heute so schwach, weil sie schon in der Krise das Ausmaß ihrer Probleme vertuscht hatte? Und welche Folgen hat die Rettungspolitik der Länder? Um Banken wie das Institut aus Deutschland und die Weltwirtschaft vor dem Absturz zu retten, mussten sich die Staaten weltweit verschulden. Die öffentliche Verschuldung ist auch deshalb seit 2008 rasant gestiegen - zu viele Schulden, zu viele Kredite im Umlauf. Die Null-Zins-Politik der EZB erlaubte es zudem nationalen Banken und bankrotten Unternehmen, sich über Wasser zu halten. Darum gibt es in Europa mittlerweile Hunderte von untoten Firmen, sogenannte "Zombie"-Unternehmen, die gerade in Italien eine wirkliche Abkehr von zu viel Schulden unmöglich zu machen scheinen. Die beängstigende Prognose: Den wahren Preis für die Finanzkrise hat Europa noch immer nicht gezahlt.

Autor Dirk Laabs hat für das ZDF bereits mehrere, preisgekrönte Dokumentationen über die Deutsche Bank gedreht. Er nimmt die Spur in den USA auf, trifft einen ehemaligen Lehman-Brothers-Händler, der sagt, man hätte noch mehr Banken pleitegehen lassen sollen. In Kanada findet Laabs heraus, was die Deutsche Bank angerichtet hat, und er konfrontiert führende Deutsch-Banker mit seinem Rechercheergebnis. Er spricht zudem mit den ehemaligen Finanzministern Hans Eichel und Wolfgang Schäuble. Diese warnen: Die nächste Krise kommt bestimmt. Und sie könnte, so ein ehemaliges Mitglied des EZB-Präsidiums, schlimmer als die letzte werden."

Alexander Langhorst

21.09.2018
10:45
 

Abendveranstaltung zum Anlegerschutz in Leipzig

Hiermit möchten wir auf eine im Rahmen des 72. Deutschen Juristentags (DJT) in Leipzig stattfindende Abendveranstaltung des BAV Bundesverband Anleger- und Verbraucherrecht e.V. hinweisen:

 

Abendveranstaltung zum Anlegerschutz in Leipzig

Mehrere schwerpunktmäßig für Anleger tätige Anwaltskanzleien sowie Herr Prof. Dr. Schwab, Universität Bielefeld, haben im Sommer 2018 den BAV Bundesverband Anleger- und Verbraucherrecht e.V. gegründet, um vor allem Kollegen und weitere Interessenten zu einem Austausch einzuladen.

Auf dem 72. Deutschen Juristentag wollen wir uns bei den Diskussionen über den kollektiven Rechtsschutz sowie das Beschlussmängelrecht zu Wort melden. Zusammen mit diesen Organisationen finden Sie uns am Stand 26.1.:

- Initiative Minderheitsaktionäre e.V.
- Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger e.V.
- Transparency International Deutschland e.V.
- Verbraucherzentrale für Kapitalanleger e.V.

Wir laden Sie für einen weiteren Austausch zu einer Abendveranstaltung ein:

26. September 2018 ab 18 Uhr
„Historische Weinstuben Auerbachs Keller“,

Mädler Passage, Grimmaische Strasse 2-4, 04109 Leipzig
www.auerbachs-keller-leipzig.de
Preis pro Person: 30,00 EUR für das Buffet zzgl. Getränke

Aufgrund des begrenzten Platzangebotes in den historischen Räumen bitten wir um rechtzeitige Anmeldung an veranstaltung(at)bav-recht.info.

Eröffnung um 19.00 Uhr durch
- RA Hartmut Bäumer (Transparency International Deutschland e.V.)
- RA Dr. Marc Liebscher (SdK)
- RA Robert Peres (Initiative Minderheitsaktionäre)
- RA Dr. Wolfgang Schirp (BAV)
- RA Dr. Martin Weimann (VzfK)

Grußworte gegen 21.00 Uhr
- Prof. Dr. Heribert Hirte (MdB)
- RA Prof. Dr. Volkert Vorwerk

 

Jens Nielsen

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